Taucher beseitigen Betriebsstörungen in Faultürmen und Becken auf Kläranlagen
- Umweltschonendes Verfahren erspart herkömmliches Leeren der Behälter
- Unternehmer ausgezeichnet mit dem Umweltpreis des Bundesministeriums für Land- und Forstwirschaft
Problemstellung
Betriebsstörungen in Faultürmen und Becken stellten in der Vergangenheit die Betreiber von Kläranlagen vor die Wahl, die Behälter nach herkömmlicher Art zu leeren oder nach Alternativen zu suchen.
Nach jahrelangem Betrieb der Faultürme bilden sich in der Regel Ablagerungen mit hohem Sandanteil, die sich nach unten stark verfestigen und an den Wänden weiter aufbauen. Diese führen häufig zum Abrutschen von Teilen der festen Ablagerungen, die ebenso wie oft vorhandene Verzopfungen das Absaugen aus dem Trichterbereich erschweren oder eine Verstopfung des Absaugrohres herbeiführen. Auch Inspektionen des Rohrsystems und der Innenwände sind nach Jahren notwendig. In Nachklärbecken führen abgefahrene Laufräder oder abgenutzte Gummilippen am Räumschild ebenso zu Problemen wie Fremdkörper, die in den Trichter gelangen. Ursache für Störungen in Belebungsbecken sind oft lockere Rührwerke, defekte Belüftungseinrichtungen oder Ablagerungen, die sich durch die Strömung unterschiedlich verteilen.
Die noch bis vor wenigen Jahren übliche Leerung der Behälter bedeutete neben dem damit verbundenen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand oft auch eine erhebliche Belastung der Umwelt.
Problemlösung
Inzwischen löst unser Unternehmen mit Tauchern, die sich auf Kläranlagen spezialisiert haben, solche Aufgaben in kurzer Zeit und mit umweltschonenden Verfahrensweisen; es wird eine Zeitersparnis von ca. vier bis sechs Monaten erreicht.
In Faultürmen werden verfestigte Ablagerungen mit speziellen Hochdruckgeräten zerkleinert und mittels Spezialpumpen abgepumpt. Bis auf die fehlende Gasausbeute bleiben die Faultürme im Betriebszustand, so dass ein Umleiten des täglich anfallenden Neuschlamms nicht erforderlich ist. Die abgesaugten Ablagerungen können von der Kläranlage nach den dortigen Gegebenheiten weiter verarbeitet werden (Kammerfilterpresse, mobile Presse, Pufferbecken, Stapelbehälter usw.). Im Anschluss an die Reinigung wird das Rohrsystem ebenso auf Schäden untersucht wie die Innenwände. Notwendige Reparaturen können nach Absprache sofort durchgeführt werden. Im Nachklärbecken werden Laufräder und Gummilippen im gefüllten Becken oder nach Demontage der Räumschilder an Land gewechselt. Nach der Reparatur erfolgen eine Neujustierung sowie die Laufkontrolle. Mit dem Tauchgang sind gleichzeitig eine Überprüfung des Trichters und die Bergung möglicher Fremdkörper verbunden.
Im Belebungsbecken werden von den Tauchern lockere Rührwerke bei Bedarf neu verankert (Unterwasser-Flex, UW-Bohrhammer, Einkleben der Gewindestangen, Festziehen und Kontern der Muttern).
Belüftersysteme werden mit Hochdruck gereinigt; die Neuausrüstung von Belüftersträngen, die am Boden befestigt sind, erfolgt entweder unter Wasser oder nach Demontage an Land mit anschliessender Remontage.
Im Becken vorhandene Ablagerungen werden mittels Saugwagen abgepumpt (gezielte Schlauchführung durch den Taucher) und in Absetzcontainer, Pufferbecken o.ä. geleitet. Neben der Durchführung aller Taucharbeiten im Betriebszustand und der damit verbundenen Entlastung der Umwelt sowie erheblicher Zeit- und Kostenersparnis garantieren wir die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen über die Zusammensetzung der Tauchgruppen, Verwendung ex-geschützter Werkzeuge und Rettungsmassnahmen (Atemschutzgerät, Sauerstoff-Beatmungsgerät, Notfallkoffer). Die Spezialisierung unseres Tauchunternehmens auf Kläranlagen wird durch umfangreiche Referenzen belegt. Durch die Verbindung mit anderen Kläranlagen sind günstige An-und Abreisepauschalen möglich.
Bei Bedarf können Ortstermine zur Besprechung des vorgesehenen Leistungsumfangs und der exakten Erstellung eines Angebots vereinbart werden.
Zusammenfassend können wir sagen, dass ein Vergleich beider Verfahren (Taucheinsatz oder Entleerung) jeweils von vielen Faktoren abhängig ist. Der erhebliche Kostenvorteil gegenüber der herkömmlichen Entleerung des Faulturms (Betriebsstillstand) ist der Hauptgrund für Anlagenbetreiber, uns mit der nassen Faulschlammräumung zu beauftragen.
Einsparungspotenzial: Ein Drittel bis zur Hälfte gegenüber der herkömmlichen Entleerung.
Zusatznutzen: keine Störung im Betrieb.
Kalkulation zur Berechnung der Kosten im Fall einer herkömmlichen Entleerung des Faulbehälters
Bei dieser Berechnung sind sowohl die Kosten als auch die geschätzte Ausfallszeit des Turms zu berücksichtigen. Die nachstehenden Positionen müssen natürlich anlagenspezifisch angepasst, gestrichen oder erweitert werden.
Entleerung des Faulturmes
- Kapazität vorhandener Siebbandpressen ausreichend?
- Mobile Presse (ggf. über Fremdunternehmen) erforderlich?
- Bei Rohschlamm evtl. notwendige Zugabe von Kalk (Kosten für Ankauf sowie Verfahren sänderung/Fri schschlammentsorgung)
- Notfalls Sonderschichten durch das eigene Personal, da die Leerung so schnell wie möglich erfolgen muss, um ein Verhärten der Ablagerungen im Faulturm nach dem Entzug der Flüssigkeit zu verhindern.
Herstellen einer gasfreien Atmosphäre
- Der Faulturm muss ggf. bei der Entleerung mit Wasser geflutet werden, um das anstehende Faulgas zu verdrängen (Zusätzliche Kosten für Ver- und Entsorgung).
Innenreinigung des Faulturms
- Einrüsten der hmenfläche, Vorhaltung für die gesamte Inspektionszeit (Dauer der Montage und Demontage, Gerüstmiete).
- Die Reinigung und Entleerung von Ablagerungen kann nur per Hand erfolgen
(«Hamburger Prinzip, Joch mit Eimern»).
Innenprüfung
- Inspektion des Rohrsystems, vorhandener Einbauten (ggf. zunächst Entfernen von Verzopfungen) und der Innenwände, notfalls Reparaturarbeiten (Zeit, Material, Facharbeitskräfte).
Provisorische Aufrechterhaltung des Anlagenbetriebs
- Während der gesamten Ausfallzeit des Faulturms kann der Kläranlagenbetrieb nur provisorisch aufrechterhalten werden (Kosten bei möglicher Anordnung von Überstunden für das Betriebspensonal).
- Zusätzliche Kosten für den geänderten Verfahrensablauf (z.B. provisorisch verlegte Rohrleitungen, Pumpen usw.).
Entsorgung des anfallenden Klärschlamms
- Da es sich um Rohschlamm handelt, ist die landwirtschaftliche Verwertung ausgeschlossen (Kosten für Deponie. Kompostierung oder Zwischenlagerung).
- Anfall von gepresstem Schlamm aus der Faulturmentleerung
- gepresster Schlamm aus täglichem Anfall
Explosionsfähiges Gemisch aus Faulgas und Luftsauerstoff vermeiden
Dauer der Wiederbefüllung bzw. Inbetriebnahme
- Kalkulation der Dauer/Kosten bis zum Normalbetrieb
- Die Wiederherstellung der biologischen Prozesse nimmt in der Regel drei bis sechs Monate in Anspruch.
- Während dieser Zeit ist die zu verwendende Gasausbeute gering.
Umwelttechnik Schweiz 4/05